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Diverse alte Bräuche

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...an Ostern


Aajer schibbele       (Eier rollen)
Ein uralter, doch leider fast vergessener Brauch ist auch das Aaierschibbeln an Ostern. Auf einer abhängigen Wiese (am Hang des Alte Berg, Gemarkung “im Bruch”) fand sich am Ostersonntag die Dorfjugend zum Aajerschibbeln ein. Wie es in seiner Urform gespielt wurde, kann man hier nachlesen.
 

...an Pfingsten


Laabmann       (Laubmann)
Ein alter Brauch an Pfingsten, der in Langenbach noch gepflegt wird, ist der “Laubmann”, ein Mann aus Laub, der aus dem Wald geholt und in einem Umzug durch das Dorf geleitet wird. Dabei werden Eier und Speck gesammelt, die dann anschließend gemeinsam gegessen werden...

      
...mehr zum Thema “Laubmann”
 

...zur Kirmes


Kirmesburschen und -mädchen
Früher gab es bei uns noch Kirmesburschen und -mädchen, die die heimische Kirmes organisiert und veranstaltet haben. Am Samstag wurde unter den Burschen und Mädchen der Vortanz versteigert. Heute wird die Kirmes in Langenbach im Wechsel von den Ortsvereinen (Feuerwehr, Gesangverein, Kyffhäuser/Sportverein) veranstaltet. Mittlerweile gibt es aber auch wieder eine starke Ortsgemeinschaft von Kirmesburschen und -mädchen.

Kirmeshohmel       (Kirmeshammel)
Mit dem Kirmesumzug am Sonntag wurde früher auch der “Kirmeshammel” durch das Dorf geführt, der dann bei der Kirmestombola verlost wurde. Mittlerweile ist man aber davon abgekommen, weil wohl keiner mehr so einen echten,  lebendigen Hammel gebrauchen kann.

Kirmesbaam       (Kirmesbaum)
Auch heute noch wird am Vortag der Kirmes ein stattlicher Kirmesbaum, eine große, aus dem Wald geholte Fichte, geschmückt mit bunten Papierbändern, aufgestellt. Natürlich ist auch ein “Umtrunk” damit verbunden. Außerdem wird darauf geachtet, daß der Baum nicht durch die Burschen aus den Nachbardörfern “gefällt” wird.

Aajerbacke       (Eier backen)
Geht der Festabend zu Ende und Saal, Zelt oder Sektbar wird geschlossen, gibt es oft den Brauch, wenn man noch nicht genug hat, zu einem Bekannten zum “Aajerbacke” zu gehen. Wie der Name schon sagt wird eine Pfanne mit Eiern und Speck gebraten und dort im lustigen Kreis die letzten Biere getrunken.

    
...mehr zum Thema “Kirmes”
 

...an Weihnachten


Nikolausgedichte


Holzapfelbäumchen, wie bitter ist dein Kern
lieber guter Nikolaus, wie hab’ ich Dich so gern
(aus der Folklore von Ungarndeutschen)

Lieber guter Nikolaus, komm doch auch in unser Haus
stell den Esel auf den Mist, daß er Heu und Hafer frisst
Heu und Hafer frißt er nicht, Zuckerplätzchen kriegt er nicht
(aus dem Rheinland, urspr. an Weihnachten f.d. Christkind)

Ruprecht, Ruprecht, guter Gast,
hast Du mir was mitgebracht?
Hast Du was, dann setz Dich nieder,
hast Du nichts, dann geh nur wieder

 


Lieber guter Nikolaus,
komm doch einmal in mein Haus,
hab so lang an Dich gedacht,
hast Du mir was mitgebracht?

St. Niklaus ist ein guter Mann,
er schaut, was ich schon alles kann
laß doch stecken Deine Rut’
will immer artig sein und gut.

Ei Du lieber heil’ger Christ,
komm nur nicht, wenn’s finster ist
komm im hellen Mondenschein,
wirf mir Nüß und Äpfel rein.
 

...beim “Hoingkkoche”    (bei der Pflaumenmus-Zubereitung)


Hoingkstiwwel un Hoingkladder holle       (Die Mus-Stiefel und Mus-Leiter holen)
Wenn früher Hoingk (Pflaumenmus) gekocht wurde, gab es sehr viel zu tun. Die Kinder mußten da schon mit anpacken und beim “Kwetschekerrnern” (Zwetschgen entkernen) mithelfen. Um die Kinder dann beim Kochen des Quetschehoingks “aus den Füßen” zu haben, schickte man sie zu einem Bekannten im Ort, die “Hoingkstiwwel und Hoingkladder” zu holen. Die Leute, die den Brauch natürlich selbst auch kennen,  ließen die Kinder eine ganze Weile warten und gaben Ihnen schließlich irgendetwas Schweres oder Unförmiges mit. Natürlich gab es die beiden Gegenstände “Hoingkstiwwel und Hoingkladder” nicht. Warum auch, der Kessel war ja nicht so hoch, als daß man eine Leiter gebraucht hätte.

Päädchje (Kwetschekerner) straa         (Pfad aus Zwetschgenkernen streuen)
Nach dem Kwetschekernern hatte man meistens einen ganzen Eimer Kerne. Wenn bekannt wurde, daß es ein neues Liebespärchen im Dorf gab, schlich man leise mit dem Eimer Kerne zu dem Haus des Mädchens und streute ein "Pfädchen" bis zu dem Haus des Burschen. Das wurde auch manchmal bei Leuten praktiziert, wo das nicht ans Tageslicht kommen sollte. Wenn sie es merkten, wurde hastig noch alles weggekehrt und die Spuren beseitigt. Meistens jedoch war es nach dem Päädchje mit der Heimlichkeit vorbei
 

...beim “Schlochte”    (beim Schlachten)


Wurschtsopp austraa       (Wurstsuppe verteilen)
Früher war es oft der Brauch (und sicher auch noch heute, wo geschlachtet wird), daß man Nachbarn und Bekannten im Dorf einen Eimer der leckeren Wurtsuppe gebracht hat. Die Wurstsuppe ist der Sud der im Wurstkessel durch das Kochen des Fleisches und der Wurst entstanden ist.

    
...mehr unter Rezepte (Schlachtessen, selbst gemacht)
 

...bei de “Huchzet”    (zur Hochzeit)


Die Keuschheit
Früher war es sehr wichtig, daß die Mädchen ihre Jungfräulichkeit bewahren. Hatte ein Mädchen dennoch vorher seine Keuschheit und Reinheit verloren, so war es überall ausgeschlossen und hatte kirchliche und bürgerliche Bestrafung zu erwarten. Sie war ausgeschlossen aus der Spinnstube und wurde zu keinem öffentlichen Tanz mehr zugelassen.

Verlobung
Die Eltern, meistens der Vater, haben die jungen Leute versprochen (verlobt) nach dem Motto: "Sach bei Sach" und "Äcker bei Äcker". Die Verlobung wurde mit den Verlobungsringen, die der Bursche kaufen musste, besiegelt. Von da an waren sie Brautleute. Die Verlobungszeit, die Zeit zwischen Verlobung und Hochzeit war früher sehr kurz. In dieser Zeit musste der Pfarrer die Verlobten dreimal ausbieten, um zu prüfen, ob niemand Widerspruch gegen das Paar einzulegte. War der Hochzeitstag festgelegt, der nur bei zunehmendem oder bei Vollmond sein durfte, wurden die Gäste eingeladen.

 Steuken
Freitags vor einer Hochzeit wurde früher von der Dorfjugend noch “gesteukt”, insbesondere dann, wenn kein Geld in Aussicht gestellt wurde oder es nichts zu trinken gab. Man musste sich als Bräutigam quasi vom Steuken freikaufen. Das Steuken war ähnlich wie das "Ostergärtchen" eine teils gar nicht lustige Verulkung, u.a. das heimliche Entwenden von Gegenständen, zum Beispiel gab es hier eine Hochzeit, wo ein großer Karren entwendet, mühsam auseinandergeschraubt und in einem Gebäude wieder aufgebaut wurde. Der Karren konnte, nachdem man ihn endlich gefunden hatte, natürlich nur durch wiederholtes auseinander- und wieder zusammenbauen wieder nach Hause geschafft werden. Es wurden u.a. auch Gegenstände auf die Dorflinde hochgebunden. (Hans Eichhorn)

Hemmen des Brautzuges
Am Hochzeitstag versammelten sich die Gäste im Hochzeitshaus. Zu bestimmter Zeit setzte sich der Hochzeitszug in Richtung Kirche in Bewegung. Nach der Trauung wurde der Hochzeitszug immer wieder mit einem Seil, das über die Straße gespannt war, gehemmt. Das machten die Burschen und Mädchen oder die Kinder. Der Bräutigam musste sich den Weg mit Geld freikaufen. Das Hemmen wird auch heute noch ab und zu gemacht, aber in der Form, daß das Törchen zur Kirche mit Garn zugebunden ist, und man nach dem Werfen von Geldstücken eine Schere bekommt, um sich den Weg “freizuschneiden”. Des weiteren kann es sein, daß man noch ein paar Hürden nehmen muß, zB. gemeinsames Durchsägen eines Holzstammes, die Braut auf Händen durch eine Wanne mit Wasser tragen usw... Das Wetter am Hochzeitstag spielte auch eine große Rolle. Sonnenschein kündigte heitere Tage in der Ehe an, Wind dagegen deutete meist auf Unfrieden in der Ehe und Regen, das waren die Tränen, die in der Ehe flossen.

Brautstrauß werfen
Zu den Vergnügungen in den Abendstunden der Hochzeitsfeier gehörte das Abnehmen des Brautkranzes mit dem Schleier und das Aufsetzen der Haube, was die Mädchen natürlcih vereiteln wollten, da die Braut ja nun zu den Frauen gehörte. Erhalten hat sich bis heute in manchen Orten, dass die Braut, wenn sie um Mitternacht den Kopfschmuck abnimmt, ihn dem Mädchen zuwirft, das als nächstes heiraten möchte.
 

...beim “Keannkräie”   (wenn es Nachwuchs gibt)


De Klapperstorch       (wo die Kinder herkommen)
Heute weiß es jedes Kind besser und ganz genau. Früher jedoch brachte noch der Klapperstorch, der ja auf vielen Schornsteinen im Dorf sein Nest hatte, das Schwester- oder Brüderchen. Dazu musste man dem Klapperstorch ein, zwei Stückchen Würfelzucker auf die Fensterbank legen, damit er den Weg zu dem Haus findet, wo er das Kind hinbringen soll.

Die Aussegnung nach der Geburt       (Ein Bericht von Gerdi Bettner)
Früher war es in Langenbach der Brauch, daß wenn eine Frau ein Kind geboren hat, sie das Haus beziehungsweise den Hof erst verlassen durfte, bis sie “ausgesegnet” war. Sie durfte das “Fläßje” (die Wasserrinne neben der Straße) nicht überschreiten. Die Nachbarn gingen dann für sie einkaufen, oder besorgten, was ansonsten nötig war. Warum gab es eine Aussegnung? Das Blut bei einer Geburt galt als unrein und unheilvoll. Die Aussegnung fand gewöhnlich 40 Tage nach der Geburt statt und ging dem ersten Kirchengang voraus. Nachdem die junge Mutter den ersten Monat in Abgeschiedenheit mit ihrem Kind verbracht hatte, wurde sie nun unter Gebeten und mit dem Segen der Kirche wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen eingeführt und das Kind in die Gemeinschaft aufgenommen.

Beemche stelle       (Bäumchen stellen)
Wenn heutzutage ein Kind geboren wird, stellen Vereinsfreunde oder Nachbarn oftmals ein Bäumchen (ähnlich dem Kirmesbaum) auf, das mit bunten Bändern, Kinderspielsachen und Babykleidung geschmückt ist. Meistens wird noch ein selbstverfasstes, lustiges Gedicht auf ein großes Schild geschrieben und an dem Baum befestigt. Jeder kann dann sehen, wo es Nachwuchs gegeben hat. Wenn kein Baum zur Verfügung steht, werden hier und da auch Leinen gespannt, wo die vorgenannten Sachen befestigt werden. Der glückliche Vater spendiert dann den Gratulanten Bier und Schnaps.

Pinkeln lassen    
Im Gasthaus wird der frischgebackene Vater aufgefordert, seinen Nachwuchs “pinkeln” zu lassen, was ganz einfach bedeutet, daß er einen ausgeben soll, bzw. die ganze Zeche bezahlen soll. Den Brauch gibt es auch noch heute.
 

...beim “Sterben”


Der Nachtvogel
Früher wurde ein Tod oft von ungewöhnlichen oder gar unheimlichen Ereignissen angekündigt. Es heißt zum Beispiel, wenn man in der Nacht ein Käuzchen (Eule, Uhu) hört, daß jemand aus dem Umfeld sterben würde.

Austritt der Seele, Trauerwache, Trauerzug
Wenn zuhause jemand im Sterben lag, wurde er in den letzten Stunden nicht allein gelassen. Angst vor dem Tod kannten die Menschen früher weniger, da man Gottvertrauen hatte. War der Tod dann eingetreten, wurden dem Toten die Augen geschlossen und man zog ihm eine festliche Kleidung an (Anzug, Brautkleid...). Es wurde die Uhr angehalten, Gefäße umgedreht, Spiegel und Bilder verhüllt und die Fenster geöffnet, damit die Seele des Toten austreten konnte. Danach wurde von den Verwandten Trauerwache gehalten bis der Tote vom Pfarrer ausgesegnet und in einem Trauerzug unter Glockengeläut zur letzten Ruhestätte (Friedhof) begleitet wurde. Der Trauerzug wurde angeführt von dem Pfarrer, gefolgt von dem Sarg mit den Trägern, den Angehörigen und Verwandten und den Dorfbewohnern. Das Grab wurde meist von den Nachbarn ausgehoben. Die Nachbarn trugen auch meist den Sarg. Wenn ein Kind starb, trugen Paten den Sarg. Heute ist von alledem so gut wie nichts mehr geblieben. Der Tote wird umgehend per Leichenwagen aus dem Haus, oder oft auch aus dem Krankenhaus, wo er an Maschinen bis zum Ende künstlich am Leben gehalten wird, abgeholt, und wird in der Leichenhalle aufgebahrt. Ausgehoben werden die Gräber von einem Bagger, der das Grab auch wieder zuschüttet. Bleibt die Hoffnung, daß der Sarg dem Aufprall einer Ladung Erde aus der Baggerschaufel standhält...

Leichenschmaus
In der Zeit, in der auf dem Friedhof die Beerdigungsfeier stattfand, kochten die Nachbarsfrauen im Trauerhaus Kaffee und deckten den Tisch für den Leichenschmaus. Zum Essen gab es Reiheweck (ein einfaches Hefegebäck). Diese Weck wurden auch als Wegzehrung mitgegeben, denn früher haben viele noch zu Fuß weite Entfernungen auf sich genommen, um an der Beerdigung teilzunehmen und dem Gestorbenen die letzte Ehre zu erweisen und man wollte ja niemand hungrig nach Hause gehen lassen. Später ist der Brauch dann etwas übertrieben worden. Heutzutage, wo jeder ein Auto hat, gibt es entweder Beerdigungsfeiern, wo mehrere Sorten Kuchen angeboten werden, ja teilweise sogar richtiges Essen und Bier (in Bayern wird zB. die “Seele versoffen”), oder man trauert in aller Stille, wenn einem der ganze Trubel zuviel ist.
 


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