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Autor Sven Dienstbach

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Der Dachs                   (Méles méles L.)

Steckbrief




(Foto: Andreas Eichhorn)

Klasse:
Säugetiere (Mámmalia)

Ordnung:
Raubtiere (Cárnivora)

Familie:
Marder (Mústelidae)

Gattung und Art:
Méles méles L


Mittleres Gewicht:
ca 10 - 20 kg

Kopf-Rumpf-Länge:
65 - 80 cm

Schwanzlänge:
15 - 20 cm
.


Kennzeichen:
 
Aus Fabeln und Märchen bestens bekannt, ist der Dachs unverwechselbar durch seine markante schwarz-weiß gezeichnete Gesichtsmaske und seinem gedrungenen, bereitrückigen Körperbau mit den kurzen stämmigen Läufen. An den (besonders vorne) kräftigen Branten hat der Dachs je fünf Zehen mit langen Krallen, die sich im Trittsiegel dieses Sohlengängers mitsamt den nackten Ballen gut abdrücken. Obwohl er in Gestalt wie in Verhalten eher wie ein kleiner Bär wirkt, ist seine Zugehörigkeit zur Familie der Marderartigen zweifelsfrei gesichert.


Lebensraum:
 
Der Dachs bevorzugt Laub- und Mischwälder vom Flachland bis zum Mittelgebirge, kommt aber auch in Parklandschaften vor. Für seine selbst gegrabenen Erdbaue als Wohn-, Überwinterungs-, Geburts- und Aufzuchtstätte bevorzugt er südexponierte Hänge mit schweren Böden.


Nahrung:
 
Der Dachs ist ein Allesfresser, der aus dem jeweiligen Angebot über Wurzeln, Pilze, Beeren und Früchten, auch alles Gefundene, was leicht erreichbar ist, wie Insekten, Schnecken, Amphibien, Gelege und Jungvögel bis zu Kleinsäugern und Aas verzehrt. Pflanzenkost kann zeitweilig einen erheblichen Anteil der Nahrung ausmachen. Sein Leibgericht sind Regenwürmer (teilweise bis über 50 % der Nahrung). Hierzu durchwühlt er den Boden (er sticht) und hinterläßt dabei typische Spuren. Mitunter entwickelt er eine besondere Vorliebe für milchreifes Getreide und Mais. Dabei entsteht zum Teil erheblicher Schaden in Getreide- und Maisfeldern.


Fortpflanzung:
 
Im Juli/August findet die auffällige Ranz haupsächlich junger Fähen statt, ältere werden bereits nach dem Werfen wieder gedeckt. Damit die Jungtiere nicht im Winter zur Welt kommen, schließt sich eine vom Begattungstermin abhängige Eiruhe (ähnlich wie beim Rehwild) an. Unter Einwirkung der Lichtverhältnisse (Kurztag) auf das Hormonsystem wächst die befruchtete Eizelle erst ab Dezember, so daß der Nachwuchs im Frühjahr geboren wird. Auf einem sorgfältig gepolsterten Lager aus Moos, Blättern und Gras werden im Februar oder März die 2 bis 3 (maximal 5) blinden, rein weiß behaarten Jungen geboren. Sie werden bis zu 16 Wochen gesäugt und erst mit eineinhalb bis zwei Jahren geschlechtsreif.


Lebensweise:
 
Der Dachs ist überwiedend nachtaktiv und lebt gesellig in Familienverbänden mit bis zu 12 Tieren. Der (anders als beim Fuchs) stets sauber gehaltene Bau ist ein Gangsystem mit mehreren Etagen, das einen Durchmesser von 20 bis 30 Metern haben kann. Dazu zählen Zufahrtsröhre, mehrere, als Fluchtwege dienende Ausgänge und einige Luftschächte. Bis zu 5 Meter tief liegt der geräumige 60 cm hohe Kessel, der mit Gras, Laub, Moos und Farn ausgepolstert wird.

Beim häufigen Ein- und Ausfahren tritt der Dachs tiefe Rinnen (Geschleif) aus, die im Wald in deutlich sichtbare Pässe übergehen. Losung wird in kleinen "Aborten" (Dachs-Abtritte), meist in Baunähe, verscharrt. Die Baue werden nicht selten in den oberen Etagen von Fuchs und Wildkaninchen mitbewohnt.

Dachse haben keine Territorien im Sinne von streng verteidigten Revieren. Sie versehen aber ihre Streifgebiete mit Duftmarken aus einer Drüsentasche unter dem Bürzel, was offenbar dem gegenseitigen Erkennen und Heimfinden dient. Der Dachs hält eine Winterruhe, die jedoch kein echter Winterschlaf ist. Seine Körperfunktionen sind nicht drastisch abgesenkt, sondern er bleibt beweglich und verläßt ab und zu seinen Bau, um Losung abzusetzen, zu fressen und Wasser zu schöpfen.


Verbreitung:
 
Der Dachs bewohnt fast ganz Europa und weite Teile Asiens bis Japan. Nach den völlig unsinnigen, staatlich angeordneten Baubegasungen in den 60er Jahren zur Tollwutbekämpfung bei Füchsen hatte der Bestand Anfang
der 70er Jahre seinen Tiefstand am Rande der Ausrottung erreicht. Mittlerweile ist der Dachs jedoch wieder weit verbreitet und seine Besätze sind in vielen Regionen nach wie vor steigend. Da der Dachs praktisch keine natürlichen Feinde besitzt, dürften das Nahrungsangebot und Infektionskrankheiten die Hauptfaktoren für die Bestandsregulierung darstellen.


(Andreas Eichhorn)                                       auf die jeweiligen Bilder klicken zum Vergrößern


(c) 2008 Heimat- und Geschichtsverein, 35789-Weilmünster-Langenbach

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