Langenbach im Taunus

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Eisenzeit - Die Kelten siedeln in der Gegend um Langenbach
800 v. Chr bis Zeitenwende

 

  Seit etwa um 500 v. Chr. besiedelten Kelten in Siedlungen, geschützt von Ringwällen, das Gebiet des Taunus, das Heidetränk-Oppidum bei Oberursel (von Caesar nur "Oppidum" genannt) und auf dem Altkönig. Das Oppidum bestand ungefähr bis zum Beginn der römischen Zeit. Eine weitere Keltenburg, ganz hier in der Nähe war die Riesenburg auf dem Riesenkopf bei Rohnstadt. Auch am hiesigen "Hünerküppel" (Name = kelt. Ursprung) soll anhand der dort gefundenen Spuren eine keltische Siedlung bestanden haben. Der Dünsberg bei Gießen wurde von Kelten besiedelt. Das Grab eines Keltenfürsten fand man erst in jüngster Zeit bei Glauberg. Münzenfunde weisen nach, daß Geld als Währung schon genutzt wurde.

  Möglicherweise waren schon damals diese keltischen Siedlungen, die oft untereinander Sichtkontakt hatten, auch durch alte Höhenstraßen verbunden. Frühere Straßen waren fast ausschließlich Höhenwege. Täler waren meist Feuchtgebiete, und Wege wären dort kaum befahrbar gewesen. Außerdem wäre man viel eher Räubern ausgeliefert gewesen. Sieht man sich die Erkenntnisse aus der Altstraßenforschung genauer an, wäre es durchaus denkbar, daß die historisch mehrfach erwähnte "Rennstraße" und “Hünerstraße” (Der Name weist ohnehin auf einen kelt. Ursprung hin), deren Verlauf von Kronberg, Altkönig, über Seelenberg, bei Langenbach an der “eisernen Hand” vereinigt mit der von St. Goar kommenden Hessenstraße bis Weilmünster und weiter in das Gießener Land (Dünsberg?) führte, durchaus schon in der Keltenzeit als "Hauptverkehrsader" hätte bestanden haben können. Hier um Langenbach noch heute unter dem (späteren) Namen "Hessenstraße" bekannt, verbindet die "Rennstraße" (von "rennen", "schnell vorwärts kommen" oder Rain, vgl. auch "Rennsteig" in Thüringen) von Süden kommend strategisch wichtige Orte in den Norden. Immer wieder zweigen weitere wichtige Höhenstraßen ab. War das vielleicht so etwas wie eine Art "keltischer Highway"? Viele keltische Spuren (Ringwallanlagen, Hügelgräber) sind jedenfalls entlang dieser alten Höhenstraßen zu finden. Die Kelten brachten die Eisenverarbeitung und Schmiedekunst in unsere Gegend. Auch am Hünerküppel wurde Eisenschlacke gefunden.

  Die Flurnamen "Görnhöll" (vom kelt./nord. 'görn', Darm, Wollgarn 'höll', Halle) und "Gilling" (kelt. Bez. für die Form des Schiffaufbaus, bzw. nord. Figur aus der Eddasage?) deuten auch darauf hin, daß das Gebiet hier bereits von Kelten besiedelt gewesen sein dürfte. Alte Straßen keltischen Ursprungs führen aus dem Taunus und vom Rhein her an Langenbach vorbei, was bei einer Besiedlung sicher von Bedeutung gewesen sein konnte. Weiterer Hinweis auf keltische Besiedlung könnte auch der uralte Brauch des Laubmannes an Pfingsten sein. Solche Rituale waren bei den Kelten ebenfalls bekannt. Aber auch unser Dialekt zeigt tw. noch Bezug zum keltischen. Das hessische "Gebabbel" hat die gleichen Wurzeln wie "to babble" und "giggeln" (für Geschwätz und Gekichere junger Mädchen) wie "to giggle". "Naught" (nichts) hört man hier noch als "naut" und die Aussprache "Dou" (hessisch für "Du") erinnert an das alt-englische "thou". Diese Wörter findet man nicht in der niederdeutschen Mundart, welche sonst Ähnlichkeiten mit dem Englischen aufweist, allerdings nicht von Kelten geprägt ist. Leider ist alles nur Spekulation, denn außer wenigen Grabbeilagen hinterließen uns die Kelten kaum Zeugnisse. Statt schriftlicher Aufzeichnungen gaben sie ihre Geschichte nur mündlich über Druiden und Barden weiter.

  Wenn es in unserer Gegend Kelten gab, wird es sich um den Keltenstamm der “Ubier” gehandelt haben. Die Ubier galten als Stamm, der den Römern schon früh freundschaftlich gesinnt war. Durch Handel mit Römern und Germanen entwickelte sich früh eine keltisch-germanisch-römische Mischkultur. Offenbar wurden gemäß aktuelleren Forschungen die Kelten von Osten her durch die räuberischen Thüringer (Westgermanen) bedrängt, so daß sie die mit ihnen befreundeten Römer schließlich um Hilfe baten. Ab 38 v. Chr. wurden sie mit deren Hilfe auf das linke Rheinufer umgesiedelt. Dies hatte zur Folge, daß die Oppida vermutlich deshalb von Osten her, also vom Dünsberg bis hin zum Altkönig und weiter (etwa 80 n. Chr.) aufgegeben und zerstört wurden. Die Einfluss der Kelten in der Region ging zurück und die Römer zogen sich darauf in den Bereich des südlichen Taunus zurück. Die auf das linke Rheinufer umgesiedelten Ubier gründeten später die Städte Köln, Neuss und Bonn. Die noch hier verbliebenen Kelten vermischten sich mit den von Nordost her einziehenden Germanenstämmen. (vielen Dank für diese Informationen an Ulrike Schepp)

  Es wäre sicher vermessen, zu behaupten, einige der ehemaligen "Langenbacher Ubier" zogen aus und gründeten Köln, es ist aber auch durchaus möglich, daß zumindest welche daran beteiligt waren. Immerhin siedelten auch um Langenbach i.H. des Hünerküppels und bei Rohnstadt auf dem Riesenkopf dieser Keltenstamm. Die Straße Richtung Rhein, nach St. Goar (später Hessenstraße genannt) soll es auch schon in keltischer Zeit gegeben haben. Die Straße führt direkt an diesen und vielen anderen ehemaligen Kelten-Siedlungen vorbei, kreuzt an der eisernen Hand mit der Rennstraße, die mit der Hünerstraße Richtung Taunus führte. Also ist es gar nicht so abwegig, zu behaupten, daß Köln von unseren Vorvätern mit gegründet wurde, bzw. daß wir mit den Kölnern in irgendeiner Form recht nah verwandt sein könnten ;-)     (Jürgen Caspari)


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