Langenbach im Taunus

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Langenbach im Mittelalter - erste urkundliche Erwähnung
1000 - 1500 n. Chr.

 

  Von 1000 bis 1300 war die größte Rodungsbewegung. Wälder wurden gerodet (abgeholzt) um Raum für neue Siedlungen zu schaffen. Träger der planmäßigen Siedlungspolitik waren die geistlichen Herren (zB. Kloster Fulda) und die weltlichen Herren, zB. Grafen von Diez (später Altweilnau). Im Zuge des Landausbaus wurden die Siedlungen nicht nur in den Tallagen angelegt, sondern nun auch in höheren Lagen. Die Siedlungen erfolgten nach dem Muster der Ostkolonisation. Die Rodung wurde jeweils von einigen adligen bzw. klösterlichen Grundherren in die Wege geleitet. Es war die Zeit, als neuer Siedlungsraum gebraucht wurde und die Grundherren neue Einkommensquellen suchten. Im Hochmittelalter, also etwa im 12./13. Jahrhundert, fand der Landausbau einen gewissen Abschluß. Die heutige Bodennutzung mit einem Drittel Wald und zwei Dritteln Feldern war zu diesem Zeitpunkt im wesentlichen erreicht. Es entstanden geschlossene Dörfer, die mit Gräben und Zaun, dem Etter, umgeben waren. Rings um die Wohnsiedlungen wurden Feldmarkungen mit festen abgesteckten Grenzen angelegt. Die Frühform des Dorfes war eine lockere Gehöftgruppe, vielleicht ein Einzelhof, der von wenigen, in Streifen oder Blöcke gegliederten Getreidefeldern und einigen Weiden umgeben war. Um diesen schmalen Gürtel des schon bewirtschafteten Landes legten sich die Weiden und Wälder, die dem Vieh noch als Außenweide, den Menschen als Jagd- und Holzrevier dienten und allmählich in die noch unberührten Kernwälder übergingen. In der Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts entwickelten sich die beruflichen Stände. Der Bauernstand und die Agrarwirtschaft nahmen ihren Aufschwung.

  Der Landesherr, der niedere Adel und die Kirche waren die Besitzer von Grund und Boden. Sie bestimmten als "Grundherrschaft" über die Wirtschaftsform. Die ehemals herzogs- und königsfreien Leute waren zu Grundholden geworden, erhielten grundherrliches Land als Lehen und mußten dafür Abgaben und Frondienste leisten. Sie waren somit Leibeigene und konnten das Land nur mit Einverständnis der Herrschaft weitergeben.

  Die Grafschaft Diez (im heutigen Hessen und Rheinland-Pfalz) entstand in der Nachfolge der seit dem beginnenden 9. Jh. erkennbaren und bis 966 von den Konradinern verwalteten Grafschaft im Niederlahngau. Von ihrer Basis im Lahntal von unterhalb Weilburg bis unterhalb Diez aus griff die Grafschaft Diez weit nach Norden in den Westerwald aus und erfaßte nach Süden die Landschaft des Goldenen Grundes. Der Höhepunkt ihrer politischen Geltung erreichten die Grafen von Diez während der Staufer-Zeit. Graf Heinrich II. (1145-1189) war ein treuer Anhänger und Helfer Friedrich Barbarossa. Während der Aufstieg der Grafen von Diez durch ihren Reichsdienst und die Gunst der Staufer gefördert wurde, leiteten sie selbst die Schwächung ihrer Position ein, indem sie sich seit dem Beginn des 13. Jh. in 2 Linien, Diez und Weilnau, aufspalteten.

  Die Burg Altweilnau stammt aus dem Hochmittelalter. Bereits 1203/04, so fand man bei einer dendrochronologischen Untersuchung des Holzes im Bergfriedinneren heraus, muss bereits eine Burg oder Festungsanlage in Altweilnau gestanden haben. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen Wilnawe ist auf 1208 datiert. Die Bauherren waren die Grafen von Diez, die damit Grafen zu Weilnau wurden.

 
In der Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts könnte vom Namen her auch die ehemalige Eisenschmelzer-Siedlung Grebenrod (Grävenroth) entstanden sein. Grebenrod Bezieht sich vermutlich vom Namen her auf die Grafen von Altweilnau. Die Endung -rod(e) deutet auf die Gründung der Siedlung auf einer gerodeten Fläche hin. Heute ist Grävenrod eine sagenumwobene Wüstung zwischen Langenbach und Haintchen.

Ab hier:
Geschichte Chronologie

vor ~ 1200: Langenbach gehört zu den Herren von Merenberg, die auch Vögte über den Limburger Stiftsbesitz waren.

seit ~ 1200: Langenbach gehört zur Landeshoheit Altweilnau. Entstehung der Eisenschmelzer-Siedlung Grebenrod.

1302-1303: Altweilnau mit Langenbach gelangt unter die Landeshoheit der Grafschaft Diez

1335 -
Die erste urkundliche Erwähnung Langenbachs:

  Am 4. November 1335 verkaufte Richwin von Elkerhausen unter anderem auch eine Wiese zu Langenbach in der Grafschaft Diez an seinen Neffen Hiltwin von Elkerhausen und dessen Ehefrau Christine. So heißt es wortwörtlich:

"Richwin von Elkerhausen, ein wepeling, verkauft seinem neffen Hiltwin von Elkerhausen... eym wepeling, und dessen ehefrau Cristyn seinen anteil des huses zu Elkerhausen mit allem zubehör, weingärten und anderem, ferner all sein gut in der grafschaft Nassau und sein gut in der grafschaft Diez, nämlich die wiese zu Langenbach und den hof zu Romshart (Ramßhart), den Hof zu Byde und das gut zu selbach, ferner all sein gut im Hüttenberger gericht, an forsthabern, ...huben und leyden; ferner seinen anteil an den hufen zu Garbenteich, gegen 200 mark pfennige, je drei heller auf den pfennig gerechnet. Zeugen: Erwin Halber, kanonikus des stifts zu Wetzlar, Eberhart Rode, Herman Reye und Cunrath von Katzenfurt, schöffen zu Wetzlar, Lutz Kornygell, ein wepeling, und Lutz Haen, ein rathman zu Wetzlar. Siegler: die Stadt Wetzlar und Erwin Halber. - 1335 november 4 (sambstags nach aller heiligen tag).”

(Übrigens: Noch heute heißt die Wiese "Ritterswiese" und liegt im Wiesengrund der Weil. Bis zur ersten Flurbereinigung nach dem 2. Weltkrieg in den 50er Jahren waren es Elkerhäuser, die hier ihr Heu holten.)

1346-1352: Eine der größten Katastrophen, die Europa und auch Langenbach heimgesucht hat, war die Pest. Es gab eine Reihe von Epidemien, aber die schwerste von allen war diese erste Epidemie, die vermutlich ein Drittel der Bevölkerung Europas ausgelöscht hat.

1370: Langenbach wird zur ersten Hälfte an die Ritter Franke und Walter von Kronberg verpfändet

1388: Die zweite Hälfte Langenbachs geht an Adolf von Nassau-Dillenburg

1411: Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken belehnt die Ritter von Reiffenberg mit der Grundherrschaft Langenbachs.

1412: Erste urkundliche Erwähnung der Langenbacher Kirche: Graf Phillip von Nassau-Saarbrücken belehnt den Grafen Heinrich von Nassau-Beilstein mit der zweiten Hälfte Langenbachs und dem Kirchensatz.

1444: Langenbach erhält Kirchenglocke(n) (Georgsglocke), Gegossen von Christian Duisterwalt. Möglicherweise auch schon ein dreiglockiges Geläut, da der Hinweis existiert, daß nach dem großen Brand in Langenbach zwei kleinere Glocken umgegossen wurden, da eine zersprungen war. Die Georgsglocke ist heute eine der ältesten Glocken des Nassauer Landes.

Näheres dazu siehe unter: “
Die Glocken der Langenbacher Kirche

1449: Hinweis, daß in Langenbach das Patrozinium St.Georg gefeiert wurde. Das Patrozinium bedeutet in der katholischen Kirche die Unterstellung einer Einrichtung (Kirche, Spital) unter den Schutz eines Patrons oder einer Patronin. Schutzpatron des Georgenstiftes Limburg war der Heilige Georg. An den Patrozinien kann man mitunter erkennen, wer eine Kirche finanziert hat. Auch auf der 1444 gegossenen Glocke ist der heilige Georg abgebildet.

1453: Die kronbergische, erste Hälfte Langenbachs geht an Gottfried von Eppstein.

1478: Die Langenbacher Kirche wird als Pfarrkirche genannt.

1479: Erstmals wird ein Altarist namens "Nikolaus" als Geistlicher in Langenbach erwähnt. Altaristen versehen ihren Dienst in einer Kapelle. Entweder war die Kirche zu dieser Zeit eine Kapelle, oder es bestand neben der Kirche noch zusätzlich eine Kapelle, da die Kirche ein Jahr zuvor schon als Pfarrkirche erwähnt wurde. Also könnte neben dem Altarist Nikolaus noch ein zweiter, bisher unbekannter Pfarrer seinen Dienst hier geleistet haben. Es existiert auch die Vermutung, daß an der Stelle der "alten Schule" eine Kapelle gewesen sein könnte. Rechts neben dem Eingang befand sich einst ein darauf schließendes steinernes Bild.

(Herbert Keiper)


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