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Kirmes in Langenbach

I Eine Geschichte von Minna Eichhorn


Es war in den fünfziger Jahren, wo nach dem Krieg wieder die Kirmes, die Mitte Oktober stattfand, vorbereitet wurde. Die Leute hatten wohl noch in dieser Jahreszeit in der Landwirtschaft zu tun, aber für die Kirmes, es war das einzige Fest im Jahr, war jeder bedacht, es entsprechend zu begehen. Für die Mädchen gab es schöne Kirmeskleider und die Burschen waren auch bedacht, rechtBeim Kirmestanz nett auszusehen. Samstags wurden dann im Backhaus Kuchen gebacken. Es war so eingeteilt, daß drei Haushalte zusammen das Backhaus benutzen konnten. Samstags abends trafen sich dann die Burschen und der Vortanz wurde versteigert. Die Verwandten, die außerhalb wohnten, wurden eingeladen und so war die Kirmes ein kleines Familientreffen. Ich habe sehr gerne Gäste, aber die Zeit, wo ich bei diesem lustigen Treiben dabei sein konnte, war begrenzt, ich hatte ja Gäste und war darauf bedacht, den Ansprüchen als Hausfrau gerecht zu werden. Ich hatte es mit meinem Mann abgesprochen, daß ich erst nach dem Abendessen auf den Saal gehen wollte, es gab ja Abends eine runde Mahlzeit mit Braten und allem Drum und Dran. Nachdem ich nach dem Essen wieder alles in Ordnung hatte, machte ich mich auf den Weg zum Saal. In der Hintergasse traf ich einige Nachbarn, die sich auch verspätet hatten und auch der Alois Langer, der schon ganz schön in Kirmesstimmung war, hatte sich angeschlossen. Auf der Treppe vor dem Saal war ein furchtbares Gedränge, die Musik spielte und es wurde getanzt. Plötzlich war die Musik von dem Karussell, welches auf dem alten Schulhof aufgestellt war, zu hören. Der Alois ließ nicht locker, er lud alle zu einer Karussellfahrt ein. Der Alois hat damals 7 DM für 8 Personen bezahlt. Ganz langsam setzte sich das Karussell in Bewegung, so 2 oder 3 Runden war alles normal, aber als wir dann in Richtung von Zwingels Haus kamen, sKirmesumzug in der Hintergassechleiften irgendwie die Füße über den Boden, in der Richtung Deusings ging's steil hoch und irgend jemand hatte geschrien. Wie ich damals reagiert habe, ich habe es hinterher selbst nicht gewußt, ich hatte mich an den Ketten hochgezogen und war mit den Füßen auf dem Stühlchen. Das Stühlchen wurde über die Erde geschleift, die Ketten wickelten sich mir um die Beine und in einer Sekunde lag alles auf einem Haufen. Es war alles stockfinster. Es kamen ein paar Männer, die uns halfen, aber diejenigen, welche im Saal waren, hatten alles als einen Witz aufgenommen. Dr. Lamm hat uns damals bei Zwingels verarztet. Lebensgefährlich war niemand verletzt, aber alle hatten einen Teil abbekommen. Ja, und nun kam die große Frage: Wie konnte so etwas passieren? Und wie das dann so ist, die nichts gesehen hatten, die wußten es genau, das Karussell war polizeilich nicht zugelassen und war ohne jegliche Verankerung auf diesem holprigen Platz aufgestellt worden. Und der Besitzer war nirgends versichert. Was wäre nun passiert, wenn vielleicht einen Tag später dieses Karussell vollbesetzt mit Kindern umgestürzt wäre? So weit hat wohl damals niemand gedacht. Die einen bedauerten den Vorfall und die anderen hatten ihren Spaß, denn so was kommt doch auch nicht oft vor, daß ein paar ältere Herrschaften es fertig bringen, ein Karussell umzustürzen. So ist das nun mal im Leben: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen".

Siehe auch: Kirmes in Langenbach
 


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