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Ehemalige Pfarrer in der Langenbacher Kirche


   Aus den Recherchen und Forschungen des Archivars Erco von Dietze:
   “Kirche Langenbach - 1412 - 1986”
   Zusammenstellung: Erco von Dietze. Weilburg, Ev. Rentamt 1987




  Vor 1651 sind die Aufzeichnungen über die Pfarrer in der Langenbacher Kirche äußerst bruchstückhaft. Der früheste hier bekannte Eintrag handelt allerdings von einem Altaristen  mit dem Namen "Nikolaus".

1479 Altarist Nikolaus

vor 1510 Claiszen Ham aus Losch

1510 Peter Hentler

1571 Philipp Chuno aus Weilburg
     Valentin Arnoldi aus Usingen

1576-1603 Peter Heister aus Jülich

1628 Johann Adam Heister aus Langenbach

ab 1632 Wilhelm Hell aus Weilburg

1651-1659 Reinhard Roth aus Marburg

1659-1674 Johann Georg Lucius (Der Hexenprediger)
Geboren 1637 in Reißkirchen bei Wetzlar, wo sein Vater Melchior lucius, vormaliger Stadtschulmeister aus Marburg, 1635 bis 1656 als Pfarrer wirkte, war 1651 Pädagogiumsschüler in Gießen, 1659-1674 Pfarrer in Langenbach und danach Pfarrer in Weilmünster. Dort starb er auch am 28.08.1689 und wurde in der dortigen Kirche begraben. Über seine Persönlichkeit berichtet der spätere Nachfolger Dünckelberg:
"Noch zu meiner Zeit (etwa 1726) hatte er das Prädicat, daß er von dem gemeinen Pöbel genennet wurde der 'Hexen-Prediger'. Hiermit hatte es diese Beschaffenheit, daß zu seiner Zeit ... der Hexen-Prozeß scharff getrieben und dadurch viele verbrannt wurden. Weilen er nun hierwieder so schraff geeiffert, daß er sonntäglich darwieder gepredigt und zwar (mit solchem Ziel), daß er (öfters sagte): 'Da sitzt Du ja, Du Hexe, und hast den Melckstuhl auf dem Kopf', so hat er sich dadurch diesen Namen erworben. Man hat mir auch erzählet, daß als er einstmals den herrn Pfarrer zu Langenbach besuchet, und von diesem etwas spät (zurückkam), er (sich) auf dem Kirbergerfeld (an der Hessenstraße vor Weilmünster) dergestallt geängstigt (habe), daß er davon krank worden und gestorben (sei). (An)sonsten, wie das Kirchenbuch ausweißet, hat er eine sehr undeutsche Hand(schrift) geschrieben, soll aber übrigens ein sehr guter Parentator (Seelsorger) gewesen seyn. Dahero er deswegen sehr öfters nach Weilburg gefordert worden. Zuletzt aber soll er wegen... (Vergeßlichkeit) im Predigen so blöde worden seyn, daß er solches mit lauter Furcht und Zittern verrichtet und zu dem Ende immerhin das Conzept neben sich liegen gehabt."

Pfarrer Friedrich Martin Chun
1675-1701 Friedrich Martin Chun
am 22. Januar 1675 nach Langenbach berufen, wurde nach kurzer Zeit am 21.03.1675 hier zum Pfarrer ordiniert und der Pfarrgemeinde Langenbach-Winden vorgestellt. Noch im gleichen Jahr, am 17. November, hatte er sich mit Anna Eleonora Pampo, Tochter des in Löhnberg verstorbenen Pfarrers Johann Conrad Pampo, vermählt und sieben Kinder gehabt. Chun, der wohl allseits geschätzt war, führte seine Gemeinde als Pfarrherr wie als Seelsorger durch alle Nöte der damaligen Zeit (zB
der große Brand von Langenbach). Die Einträge im Kirchenbuch geben oft zu erkennen, mit welchem menschlichem Mitgefühl er am Schicksal Vieler teilnahm. Nach 26 Dienstjahren starb er im hiesigen Pfarrhaus am 08. Oktober 1701. Ein Ölgemälde mit dem Bildnis des Pfarrers Chun hängt im Chorraum der Kirche.

1701-1730 Johann Martin Imgarten
gebürtig aus Weilburg, kam aus der Pfarrei Bischheim, Amt Kirchheim, und wurde der Gemeinde hier am 15. Januar 1702 vorgestellt. Überseine Familie und hiesiges Wirken ist so gut wie nichts bekannt. Mit seiner Ehefrau Sibilla Catharina, die im Kirchenbuch ohne Familienname als "Herzallerliebste" von ihm bezeichnet wird, hatte er sechs Kinder, von denen das Dritte, der Sohn Johann Conrad, im Alter von drei Jahren verstarb und in der hiesigen Kirche 1711 begraben wurde. 1717 führte Pfarrer Imgarten den hiesigen Kirchenbau durch. Ein von ihm hierzu verfasster Bericht wie aber auch seine Einträge im Kirchenbuch lassen vermuten, daß Imgarten ein sehr frommer Seelsorger gewesen ist. 1730 verließ er Langenbach und übernahm die Pfarrei Reißkirchen bei Wetzlar.


1730-1738 Johann Conrad Schnabel
Über sein Leben berichtet die Inschrift des in unserer Kirche aufgebahrten Marmorgrabsteines folgendes:
"Dieses Grab und Ehrenmal/ ist auffgerichtet worden/ Demweyl Wohl Ehrwürdigen und Hochgelahrten/ Herr Johann Conrad Schnabel/ Welcher im Jahr 1680 den 6. Januar/ Zu Essershausen aus Priesterlichem Geschlecht gebohren/ Erstlich als Diaconus auf Weilmünster anno 1706/ Her nach noch als Pfarrer auf Selters anno 1709/ Endlich als Pfarrer auf Langenbach ano 1730/ Beruffen worden/ In den Ehestand ist er ao 1710 getreten/ Mit der Wohl Edlen Jungfer Johanetta Barbara/ gebohrner Weinrichin aus Weilburg/ Aus dieser vergnügten Ehe ist ein Sohn und eine Tochter/ Durch Göttlichen Seegen Erziehlet worden/ Davon Jener Nahmens Johann Casimir/ Als ein Jüngling sehr guter Art und Hoffnung/ In dem 18. Jahr seines Alters zu Selters/ zu großem Leidwesen seiner lieben Eltern selig verstorben/ Diese aber nahmens Catharina Margaretha/ an den Wohlerwürdigen Herrn Carl Frantz Greiffenberg/ Als damaligen Adjunctum und baldigen Nachfolger/ Zu des seeligen kurtzer Freude  anno 1738 verehliget worden/ Denn als er fast 33 Jahre sein Amt treulich verwaltet/ Seinen Ehestand mit besonderer Eintracht und Liebe geführet/ Sein Haus sorgfältig und christlich regieret hatte/ Kame der abend seines Lebens/ Welcher Ihme nach vieljähriger Brustbeschwerde/ das Ende seiner Arbeit und Mühseligkeit brachte/ Im Jahr 1731 den 7. Januar/ Nachruft der Hinterbliebenen/ So ruhe dann in deiner Kammer/ Schlaf lieber Mann schlaf sanfft und still/ wir wollen hier in Müh und Jammer/ Solang es Gott noch haben will/ Es kommt die Stund daß wir auch liegen/ Hilff Jesu Noth und Todt besiegen"

1739-1760 Carl Frantz Greiffenberg
zunächst als Pfarradjunktus 1738 seinem kranken Schwiegervater beigestellt, übernahm er nach dessen Tod 1739 die Verwaltung der Pfarrei. Geboren wurde er in Grävenwiesbach, wo sein Vater Johann Ernst Hochfürstlich Usingischer Landeshauptmann war. Seit 15. Oktober 1738 mit Catharina Margarethe Schnabel verheiratet, hatte er insgesamt acht Kinder, von denen vier früh verstarben und alle "bei der Kanzel in der Kirche" begraben liegen. Er selbst war gerade erst 47 Jahre und 20 Wochen alt, als er am 27. januar 1760 verstarb. Pfarrer Dünckelberg vermerkte folgendes in einem alten Reskriptenbuch über die letzten Stunden seines Freundes:
"Am 27. Januar morgens nach 8 Uhr, da ich mich eben anzog zum Morgengottesdienst... kam ein Expresser vom Herrn Pfarrer zu Langenbach... und holte mich..., den kranken Herrn Pfarrer Carl Franz Greiffenberg zum Hohenmahl zu communieren. Ich eilte ihm zu Hülfe, ertheilte ihm die letzte Absolution und unterhielt ihn bis fast gegen Abend mit gottseeligem erbaulichem Zuspruch. Kaum war (ich) 1 1/2 Stunden von ihm, entschlief er sehr sanft abends nach 5 Uhr. Den folgenden Mittwoch... die Leichenpredigt... Ich muß bekennen, dieser Todesfall ist mir sehr nahe gegangen, weil er ein geschicktes Männgen, mir ein sehr treuer und lieber Nachbar... war und ich immer geglaubt hatte, daß er mir meine Leichenpredigt halten würde... Die Hand des Herrn aber hats hier wunderlich gefüget."

1760-1776 Johann Nikolaus Kurtz
zuerst Conrektor am Gymnasium in Weilburg, dann Pfarrer in Odenhausen und Sulzbach, übernahm im August 1760 die Pfarrei Langenbach, wo er auch nach sechsjähriger Tätigkeit, am 1. April 1776 verstarb.

1776-1780 Friedrich Ludwig Gasten
war seit 1776 dahier, tauschte aber 1780 diese Stelle mit der Pfarrei Allendorf, weil, wie uns die Kirchenchronik berichtet, "er eine Mißfälligkeit mit der hiesigen Gemeinde" gehabt haben soll. Aus Allendorf kam dafür der gebürtig aus Schierstein stammende...

1781-1809 Christoph Philipp Nikolaus Cramer
...nach Langenbach und verwaltete die Pfarrei bis zum 30. September 1798, danach wurde ihm, weil er der gottesdienstlichen Abhaltung nicht mehr nachgekommen war, Carl Hahn, Sohn des Superintendenen Hahn aus Weilburg, als Vikar beigegeben. Als dieser aber 1806 die Pfarrei Dorlar im Amte Atzbach erhielt, übernahm Friedrich Ernst Greiffenberg diese stelle und verwaltete das Vicariat bis zum 28. Februar 1809, dem Todestag des Pfarrers Cramer.

1809-1846 Friedrich Ernst Greiffenberg
...erhielt noch im selben Jahr 1809 die hiesige Pfarrstelle. Zu Wißmar als Sohn des Pfarrers Ernst Casimir Greiffenberg am 5. März 1779 geboren, verbrachte er die Jugendjahre im Pfarrhaus zu Kubach. Von dort besuchte er dann das Gymnasium in Weilburg und später die Universität in Gießen. Als im November 1805 sein Onkel in Kubach, der Pfarrer Philipp Friedrich Greiffenberg, an Schlagfuß starb, übernahm er zunächst bis März 1806 die Verwaltung der dortigen Pfarrei und wurde dann nach Langenbach versetzt. Nach über 37 Dienstjahren starb Greiffenberg am 6. april 1846 und wurde auch hier beerdigt. Die Leichenpredigt hielt Pfarrer Göllner aus Weilmünster, welcher auch während Greiffenbergs Krankheit und der Vakanz den Konfirmandenunterricht erteilt hatte. Der Nachfolger...

1846-1856 Friedrich Heinrich Snell
...kam am 3. Juli 1846 hierher. Er wurde geboren zu Kronberg am 23. August 1813, wo sein Vater Johann Friedrich Pfarrer war. Seine Kindheit verlebte er zunächst in Nauheim und dann in Laufemfelden. Ab 1828 besuchte er von der 3. Klasse an das Gymnasium in Weilburg, 1831 kehrte er noch einmal ins elterliche Haus zurück und ging von dort noch im selben Jahr auf die universität nach Bonn. Dort aber mehr oder weniger unzufrieden, wechselte er im Herbst 1832 nach Heidelberg über und "saß dort zu Daubs Füßen" (Kirchenchronik). Nach dem Besuch des Predigerseminars in Herborn, legte er im August 1834 sein Staatsexamen ab und half, um sich auf dem Gebiet der praktischen Theologie noch weiter zu üben, seinem Vater in der Gemeinde Laufenfelde. Ostern 1835, so schreibt er in der Chronik:
".. .übernahm ich eine Lehrerstelle an einem Institute zu Diez an, wo ich 3 ½ Jahre lehrte, einen schönen Wirkungskreis fand, aber auch meine Gesundheit (durch die übermäßige Arbeit so schwächte, dass ich seitdem kränklich bin. Im Herbst 1838 mußte ich daher aus dem Kreis der Jugend scheiden. Im Sommer 1839 gebrauchte ich eine Kur in Wiesbaden und abermals im folgenden Sommer, nachdem vorher mein Vater gestorben war und ich eine Zeit lang interimistisch die Pfarrstelle verwaltete… als Vikar nach Oberkriftel, mit dem 1. Juli 1841 nach Nordenstadt und mit 1. Oktober nach Kloppenheim versetzt, wo ich dann ordentlich festen Fuß fassen konnte, bis ich dann zum Pfarrer dahier ernannt wurde." In Langenbach blieb Snell bis 1856 und starb dann als Pfarrer in Reichelsheim.  (s.a. “...die politischen Verstrickungen”)

1856-1857 Carl Wilhelm Franz Fritz
hat hier kaum länger als 1 Jahr gewirkt, als er am 4. Oktober 1857 an Schwindsucht und Lungenauszehrung starb. Von Krankheit auch mehr geplagt gewesen, hinterließ er in der hiesigen Chronik keine Aufzeichnungen. Pfarrer Müller, der 1880 ein zweites Buch "Pfarrchronik Langenbach" anlegte, hielt folgende Lebensdaten zu Fritz fest:
"Er war ein Sohn des Friedrich Fritz, Hofgärtners des Herzog Wilhelm von Nassau zu Oranienstein bei Diez, und seiner Ehefrau Marie geborenen Otto, am 13. September 1836 zu Oranienstein geboren… In seiner Jugend in einem Privat-Institute zu Diez für das Gymnasium vorbereitet, besuchte (er) sodann 1842 bis 1846 das Gymnasium zu Weilburg, machte daselbst Ostern 1846 sein Maturitätsexamen, besuchte von Herbst 1846 bis November 1848 die Universität Marburg und trat im Herbst nach bestandener Prüfung in das theologische Seminar zu Herborn ein. Von Oktober bis 1. August 1849 war er Pfarrvikar zu Nordenstadt, vom 6. August 1850 bis Mai 1856 Caplan zu Weilmünster" und von da ab Pfarrer in Langenbach. Am 3. Advent 1857 folgte ihm

1858 - 1862 Johann Adolf Dieffenbach
seit Neujahr 1858 als Pfarrer angestellt, blieb hier bis 1862.
1827 zu Cleeberg geboren, wechselte Dieffenbach im sechsten Lebensjahr nach Schunbach über, wo sein Vater Pfarrer war und 1838 auch verstarb. Dieffenbach hatte bis zum 10. Lebensjahr die Elementarschule, dann das Pädagogium in Dillenburg und anschließend das Gymnasium in Weilburg besucht. Ostern 1847 ging er auf die Universität nach Gießen, wechselte aber Ostern 1848 Universität nach Halle über und bezog von dort, nach einem kurzen Privatstudium, 1949 das Predigerseminar in Herborn. Im Dezember 1850 wurde ihm die Verwaltung der Pfarrei Seelbach, ab April 1852 Beilstein, danach 1854 Merzhausen und dann Langenbach übertragen. Dieffenbach, der hier nie heimisch wurde, übernahm auf sein Ansuchen hin 1862 die Pfarrei Hirschberg, wo er bereits 1 Jahr später am 13.12.1863 verstarb.

1862-1882 Johann Carl Müller
wurde als Sohn des Kaufmanns Johannes M. und seiner Ehefrau Louisa geb. Schuster am 9. Januar 1827 in Weilburg geboren. 1833-1840 besuchte er dort zunächst die Elementarschule und ab 1840 ein Privatpädagogium, wo ihm der Unterricht von Gymnasialprofessor Francke bis zur Aufnahme ins Gymnasium 1843 erteilt wurde. Nach bestandenem Abitur 1847 ging er zum Studium nach Göttingen und hörte neben den damals sehr berühmten Professoren Lücke und Bertheau auch Vorlesungen bei Ewald, Redepfennig und Lünemann. Sie alle dürften wohl dazu beigetragen haben, dass Müller mit einer sehr guten theologischen Bildung in den Pfarrdienst ging. Er übernahm, nach Besuch des Predigerseminars in Herborn, zunächst die Pfarrei Philippstein für ein halbes Jahr. April 1853 kam er an die Stelle des erkrankten Pfarrvikars Wenzel nach Kemel und wurde dort zum Pfarrvikar ernannt. 1858 mußte Pfarrer Müller, wie er sich später in der Langenbacher Kirchenchronik erinnert, "das unvergeßliche Kirchspiel Kemel" wieder verlassen. "Denkwürdig", schreibt er weiter, "ist diese Zeit für mich dadurch dass ich den 29. Januar 1856 mit Johanna Caroline Louise Schroeter, Tochter des Pfarrers Moriz Schroeter zu Nastätten, (dort) in die Ehe trat. Dieselbe ist mit 4 Kindern, 1 Knabe und 3 Mädchen, gesegnet worden", von denen noch zwei Mädchen leben blieben. Nach 4 ½ Jahren in der Pfarrei Michelbach kam Pfarrer Müller 1862 nach Langenbach. Über seinen Einzug berichtet er folgendes in der Chronik:
"Mit den Meinen (hielt ich) am 16. Oktober meinen Überzug hierher. Da mein Vorgänger, den ich mit seiner Familie hier noch antraf, noch eine ganze Woche hier blieb, und uns kein Wohnzimmer einräumte, so mussten wir so lange in der Schule logieren. Erst darnach konnten wir ins Pfarrhaus einziehen, und, was einige Wochen in Anspruch nahm, die in schlechtem Zustand befindlichen Wände und Decken neu tapezieren und weißen lassen. In Folge… dessen fand durch Herrn Dekan Manger von Weilburg am 16. November meine Diensteinsetzung statt." Die "Kandidaten der Theologie, Caesar von Blessenbach und Klein von Heinzenberg, (hielten in dieser Zeit) die Gottesdienste, während ich die wenigen Casualien besorgte." 20 Jahre wirkte Pfarrer Müller in seiner Gemeinde, bis ihn dann am 22. Januar 1882 der Tod von einem bösartigen Halsleiden befreite. Während des sogenannten Sterbequartals wurde die Pfarrei zunächst von Pfarrer Reinewald aus Weilmünster und ab Mai 1882 von dem Pfarramtskandidaten Georg Schmidt versehen. Als dieser zum 1.10.1883 die Pfarrei Wolfershausen übertragen bekam, übernahm am 1. November 1883...

1883-1885 Adolf Häberlein
...die hiesige Pfarrstelle. Geboren am 3. März 1856 zu Obernkirchen im Kreis Rinteln, wurde er nach dem Besuch des Gymnasiums zu Bückeburg und der Universität zu Marburg am 1. April 1880 als Pfarrverweser zu Gemünden und mit 1. August 1882 als Pfarrer zu Schwabendorf angestellt. Von dort kam er 1883 nach Langenbach, was er im Frühjahr 1885 aber wieder verließ und in die Pfarrei Eschbach ging.

1885-1892 Johann Christian Karl Rupp
....teilt in der Kirchenchronik folgendes über seinen hiesigen Dienstantritt mit:
"… am Einführungstag, auf der Kanzel unmächtig geworden, dachte (ich), (Pfarrer Reinewald) werde mich wohl auch vielleicht bald in Müllers Nähe zu beerdigen haben." Pfarrer Rupp, der solche und ähnliche Andeutungen immer wieder in der Chronik gemacht hat, war in seiner Langenbacher Dienstzeit von schweren körperlichen Gebrechen geplagt gewesen. Nach einer Lungenentzündung verstarb er am 19. Januar 1892 in Langenbach. Geboren wurde er am 10. Oktober 1831 in Weilburg, wo sein Vater, ein Sohn des fürstl. Leibchirurgen und Kammerdieners aus Biebrich, Organist und Elementarlehrer war. Ab 1845 besuchte Rupp das Gymnasium in Wiesbaden. Als die Eltern - vermutlich an einer Krankheit - 1851 starben, wurde er zunächst Hauslehrer und besuchte dann ab 1853 die Universität in Heidelberg. Neben der Theologie hörte er dort auch zahlreiche andere Fächer: Geologie bei Bronn, über Seelenstörungen bei Mittermaier und Philosophie bei Röth. Nach dem Besuch des Predigerseminars in Herborn 1855/56 übernahm Rupp für 8 Jahre die Pfarrei Dornholzhausen, ab 1864 die Pfarrei Eschbach, ab 1871 Breithardt und schließlich ab 1885 die Pfarrei Langenbach. In seiner Amtszeit erhielt die Langenbacher Kirche eine neue Orgel. In die Kirchenchronik trug er damals ein: "Am Epiphanias-Sonntag konnte die Weihe der restaurierten Orgel in unserer Kirche erfolgen, nachdem die Gottesdienste über ein halbes Jahr ohne Orgelklang gehalten wurden. Unsere Kirchenorgel ist ein mechanisches Schleifladenwerk, welches um 1770 von dem Orgelbauer Friedrich Drauth in Griedel erbaut worden sein dürfte. Sie wurde im Jahre 1886 für 600 Mark von dem Orgelbauer Eichhorn in Weilmünster gekauft, nachdem sie vorher in einer Kirche im Schöffengrund gestanden hatte."

1892-1900 Otto Neu
war seit 1. Februar 1892 als Verwalter für die hiesige Pfarrstelle bestimmt. Er wurde am 11. Juni 1863 in Löhnberg geboren, besuchte das Gymnasium in Weilburg und studierte dann Theologie in Halle, Erlangen und Berlin. 1889 kam er ins Predigerseminar nach Herborn und ging 1890 als Staatsvikar zu Pfarrer Grünschlag nach Bergebersbach. Dort blieb er für ein Jahr, dann übernahm er die vakante Pfarrstelle in Bromskirchen, von wo aus er 1892 nach Langenbach kam. Während seiner hiesigen Amtszeit hat er zu einigen Erneuerungen beigetragen. So gründete er 1893 eine Pfennig-Sparkasse, die aber nach zwei Jahren wieder aufgelöst wurde. Seine im gleichen Jahr errichtete Volksbibliothek bestand bis 1971. Sein Plan auch eine Umlegung des Friedhofes durchzuführen, scheiterte an der ablehnenden Haltung des Gemeinderates. Die Kirchenchronik sagt darüber 1895:
"Der alte Friedhof ist viel zu klein für die hiesige Gemeinde. Durch die häufigen Umgrabungen ist der Boden so mit Leichenstoffen gesättigt, dass die Verwesung äußerst langsam vor sich geht. So geschah es in den letzten Jahren häufig, dass man noch vollständig erhaltene Skelette herausgrub, die Knochen fuhren auf dem ganzen Friedhof herum, so dass wirklich eine Schädelstätte im vollen Sinn des Wortes war." Als der wichtigste Plan von Pfarrer Neu, ein neues Pfarrhaus zu bauen, ebenso scheiterte, übernahm er, um die Gesundheit der Familie nicht weiterhin zu gefährden, im Frühjahr 1900 die Pfarrei Bergebersbach.

1900-1931 Hermann Philipp Hummerich
in Nordhofen am 6. Juni 1867 geboren als Sohn eines Amtsanwaltes von Montabaur, absolvierte er nach dem Zeugnis der Reife 1889 den Militärdienst in Gießen, ging 1890 zum Studium nach Berlin und Marburg und legte danach die Prüfungen in Herborn und Wiesbaden ab. 1885 bis 1897 war Hummerich zunächst als Hauslehrer bei einer deutschen Arztfamilie in Nava-Triburgo / in Brasilien und dann 1898-1900 Vikar in Dierdorf, wo ihm zum 1. Mai 1900 die Pfarrei Langenbach übertragen wurde. Mit Elisabeth Bender, Tochter seines Dierdorfer Lehrpfarrers, verheiratet, verwirklichte er 1902/03 den hier dringend notwendigen Pfarrhausneubau und schaffte damit zugleich für sich und seine Familie ein Stück Heimat in Langenbach. Über dreißig Jahre hat Pfarrer Hummerich als Seelsorger, Pfarrherr, in Kriegszeiten auch als Lehrer und Kreisschulinspektor mit viel Güte, Humor und Tatkraft hier seinen Dienst ausgeführt, bis er dann am 8. Oktober 1931 verstarb und auf dem hiesigen Friedhof begraben wurde.

Die Pfarrei Langenbach blieb von 1931-1993 unbesetzt und wurde von folgenden Pfarrern mitversehen:

1931-1938 Gottlieb Gaby aus Wolfenhausen

1938-1941 Paul Neumeyer aus Wolfenhausen

1941-1942 Fritz Chun aus Blessenbach



1942-1978 Richard Steinhauer aus Wolfenhausen

Durch seine Einberufung zum Wehrdienst versah vertretungsweise von 1942-1945 Heinrich Vogel den hiesigen Pfarrdienst.







1978-1982 Hermann Stöppler aus Weilburg


1982-1993 Dekan Claus-Peter Harmert aus Weilmünster


Nach einem Umbau des Pfarrhauses wurde die Pfarrei Langenbach ab 1993 wieder neu besetzt.

1993-1999  Christoph Munz, Langenbach


1999-2007  Rainer Lepper, Langenbach
Am 4.2.2007 fand im Dorfgemeinschaftshaus in Langenbach unter reger Beteiligung der Dorfbevölkerung die Verabschiedung von Pfarrer Reiner Lepper statt. Pfarrer Lepper übernimmt mit seiner Familie die Pfarrstelle in Herborn-Burg.

Aus einem Artikel der EKHN (K-Gemeinde Ambachtal)

“Ich bin eher ein Schrauber, nicht der Fahrer”
Pfarrer Reiner Lepper möchte ein Pfarrer zum Anfassen sein

Herborn-Burg (hjb). Das evangelische Pfarrhaus in Herborn-Burg ist wieder bewohnt, die Zeit der Vakanz ist beendet: Pfarrer Reiner Lepper (45) und seine Frau Annette sind am Hohlweg 4 in Burg eingezogen. Am Sonntag, 18. Februar, 10 Uhr, wird Pfarrer Lepper von Propst Michael Karg in den Gemeindedienst an der Kirchengemeinde Ambachtal eingeführt. Die Gemeinde lädt im Anschluss an den Gottesdienst zu einem Empfang in das Gemeindehaus Burg ein.

Für den Nachfolger von Pfarrerin Natascha Reuter ist die Region Herborn nicht unbekannt. „Ich bin gebürtig vom Westerwald und bin in Herborn zur Realschule gegangen“, sagt Reiner Lepper. Auch seine erste Ausbildung zum Maschinenbau-Mechaniker hat er in Herborn bei der Firma Overbeck absolviert. „Anfang der achtziger Jahre habe ich hier die Ausbildung als Geselle abgeschlossen“, erzählt er. Erst danach hat er das Studium der Theologie in Marburg aufgenommen. Lepper war zuletzt über sieben Jahre im Dekanat Weilburg an der Kirchengemeinde Weilmünster tätig. „Hier habe ich zuletzt auch einige Vakanzvertretungen übernommen. Ich weiß, wie sich eine Gemeinde ohne Pfarrer fühlt“. Die neue Stelle empfindet er wie eine Rückkehr in die Heimat. Der „Menschenschlag“ und die Region sind ihm vertraut. „Es ist ein Glücksfall, dass ich hier tätig sein kann. Als Lektor habe ich meinen ersten offiziellen Gottesdienst in Uckersdorf gehalten. Schon als 14Jähriger war ich in Nenderoth im Kindergottesdienst und in der evangelischen Jugend aktiv. Später war ich dort für etwa zehn Jahre Mitglied im Kirchenvorstand.“ Den Zivildienst hat er bei der Kirchengemeinde Rennerod abgeleistet. „Die Gemeindearbeit hat mich als Jugendlichen mindestens genauso begeistert wie die Technik“, sagt Pfarrer Reiner Lepper, der ein besonderes Hobby pflegt: „Ich sammele alte Motorräder. Ich bin ein Liebhaber von ,Youngtimern’ der Marke ,Zündapp’ und interessiere mich insbesondere für die Motorräder aus den 60er und 70er Jahren“. Allerdings, so gibt er unverwunden zu, „ich bin eher der Schrauber, nicht der Fahrer“.

Mit seiner Frau Annette ist er seit 1990 verheiratet. Sie arbeitet im Hospiz in Wetzlar. Menschen begleiten und Seelsorge leisten, ist beiden ein wichtiges Anliegen. Nach seinem Vikariat, dass Reiner Lepper an der Kirchengemeinde Krumbach geleistet hat, war der neue Burger Pfarrer als Seelsorger an der Uniklinik in Gießen tätig und hat dort sein Spezialvikariat absolviert: „Seelsorge hat für mich auch im Gemeindedienst einen hohen Stellenwert. Ich möchte den Kontakt, das Gespräch mit den Menschen pflegen“. Er will ein Pfarrer zum Anfassen sein, natürlich müsse sich das erst entwickeln. Noch steht manche Umzugskiste unausgepackt im Pfarrbüro herum, aber das hindert ihn nicht, schon jetzt offen für erste Begegnungen zu sein. „Ich bin kein Wandervogel und möchte hier in der Gemeinde auch eine Heimat finden“. Damit er sich schnell einleben kann und in seiner freien Zeit auch mal auf andere Gedanken kommt, hat ihm seine Kollegin aus Uckersdorf, Pfarrerin Karin Schmid, einen Gutschein für den Besuch des Vogelparks geschenkt. Sie freut sich, mit Pfarrer Reiner Lepper einen neuen Kollegen in der Evangelischen Kirchengemeinde Ambachtal erhalten zu haben.

Von Feb. 2007 - Sept. 2008 war die Pfarrei Langenbach unbesetzt

Sept. 2008 - August 2014 Pfarrer Daniel B. Happel

Pfarrer Daniel Happel
Am 14.09.2008 fand nach dem Zusammenschluss der Kirchengemeinden Laubuseschbach und Langenbach (mit Winden, Rohnstadt und Audenschmiede) in der Kirche zu Langenbach die Ordination und Einführung unseres neuen Gemeindepfarrers, Herrn Pfarrvikar Daniel B. Happel, statt. Anschließend wurde zu einer Feier im Bürgerhaus Laubuseschbach eingeladen. Im September 2011 wurde Herrn Happel die Ordination zum Pfarrer erteilt.

Sechs Jahre hat Happel die Gemeinde Laubuseschbach/Langenbach betreut, 2014 wechselte er an eine evangelische Schule in Wiesbaden. "Es ist ein Abschied in gegenseitigem Bedauern", sagt Happel. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. "Ich habe Pro- und Contra-Listen gemacht", sagt Happel. Viele Ideen für die Gemeinde hat Happel aus einem Jahr in den USA mitgebracht. Überzeugt haben ihn letztlich die Perspektiven, die sich in Wiesbaden bieten. Happel möchte sich noch mal beruflich weiterentwickeln, freut sich auf Pfarrer Daniel Happeldie neuen Herausforderungen, Fortbildungen und mehr Arbeit in der Religionspädagogik. "Und ein bisschen auch auf geregeltere Arbeitszeiten", sagt er mit einem Schmunzeln.

Als Daniel Happel vor sechs Jahren als Pfarrvikar nach Laubuseschbach und Langenbach kam, war die Gemeinde gerade erst so zusammengewürfelt worden. "Das war keine leichte Stelle, die man mir gegeben hat, aber die Menschen hier waren klasse. Die wollten was machen, sich engagieren", erinnert sich der gebürtige Gießener. Diese Menschen werden es auch sein, die er am meisten vermisst. Nie habe es in den vergangenen Jahren Streit in der Gemeinde gegeben und auch das Arbeiten im Dekanat sei angenehm, auch wenn es nach außen manchmal anders wirke. Unbedingt weg aus dem Weiltal wollte Daniel Happel nicht, aber diese eine Stelle als Schulpfarrer hatte es ihm zu Jahresbeginn angetan. Er verschickte diese eine Bewerbung und bekam eine Zusage.

Neben dem Abschiedsschmerz sieht der Pfarrer in einem Wechsel aber auch Chancen für eine Gemeinde. "Ich glaube, dass es einer Gemeinde gut tut, wenn es alle sechs bis zehn Jahre einen neuen Pfarrer gibt." In seiner Heimatgemeinde in Pohlheim sei der Pfarrer mehr als 30 Jahre im Amt gewesen. Sein Ausscheiden führte schließlich zu größeren Schwierigkeiten. Die Kinderbibelwoche war das erste große Projekt, das er in unserer Gemeinde initiierte. Mit 40 Kindern und zehn Helfern fing er damals an. Heute sind es 90 Teilnehmer und 60 Helfer. "Ohne diese Engagierten wäre das nicht möglich. Und da ist jede Altersgruppe vertreten - vom Senior bis zum ehemaligen Konfirmanden", erzählt Happel.

Die Idee hat er aus den USA mitgebracht. Im Bundesstaat New York war er nach seinem Vikariat ein Jahr lang Auslandspfarrer. Von dort stammt auch die Idee zur Stiftung "Zukunft beleben", die er gemeinsam mit Gemeindemitgliedern 2012 anleierte. "In den USA habe ich gesehen, wie es funktionieren kann ohne Kirchensteuer. Und auch hier müssen Gemeinden schauen, wie sie sich in 50 Jahren finanzieren wollen", sagt Happel. Warum also nicht damit anfangen, so lange Gemeinden noch Spielräume hätten, statt eine Stiftung später aus der Not zu gebären.

Die Idee überzeugte auch die Gemeindemitglieder. "Das erste Stiftungsjahr lief sehr, sehr gut. Viel besser als erwartet." Bisher fließen die Einnahmen noch hauptsächlich in das Stiftungsvermögen. In diesem Jahr wurden 150 Euro für die Kinderbibelwoche und 150 Euro für eine Musikanlage in der evangelischen Kita ausgeschüttet. Happel ist überzeugt, dass die von ihm angeleierten Projekte in der Gemeinde in sehr guten Händen sind. Neben den Menschen ist es das, was er in Wiesbaden vermissen wird - die Bandbreite der Arbeit: morgens in der Schule, dann zu einer Beerdigung und schließlich in den Seniorenkreis. "Da war viel Platz für Kreativität." (Text und Foto: Kathrin Jansen, mittelhessen.de)


Seit September 2014: Pfarrer Arne Huwald
 
Sein Beruf als Pfarrer ist sein größtes Hobby. Daneben hegt Arne Huwald aber auch eine Leidenschaft für Gesellschaftsspiele und Musik. Seit September ist er Pfarrer für die Orte Langenbach, Rohnstadt, Audenschmiede, Laubuseschbach und Winden. Am Sonntag, 19. Oktober 2014, wurde er mit einem Gottesdienst offiziell in sein Amt eingeführt.

An seiner neuen Heimat Langenbach schätzt der 47-jährige Pfarrer die Wohnqualität. "Es ist ruhig und man kennt sich untereinander. Ich wollte bewusst in keine Stadt ziehen." In das abgelegene Pfarrhaus mit dem üppigen Wildwuchs habe er sich sofort verliebt. Auch wegen seiner Haustiere habe er sich für das Landleben entschieden. Familie Huwald besitzt neben einem Hund und zwei Katzen acht Hühner, ein Pferd, Fische und Wellensittiche. Huwald ist es wichtig, dass seine Kinder Neele (12), Jette (10) und Tjark (8) mit Tieren aufwachsen und dadurch lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Kontakt mit Menschen finden - auf der Kirmes oder bei Hausbesuchen
An den Menschen im Hintertaunus schätzt Huwald die Offenheit. Feste, Konzerte und Kirmes nutzt er dazu, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch ein Bier auf der Kirmes gehört für Huwald da dazu. "Christ sein und feiern gehört für mich zusammen." Huwald besetzt zwei halbe Pfarrstellen und betreut fünf Orte, die in zwei Landkreisen, aber auch in zwei verschiedenen Dekanaten liegen. "Das bedeutet vor allem das Mehr an Verwaltungsarbeit." Auf Dekanatsebene erleichterten gute Absprachen die Arbeit. Eine andere Herausforderung sieht Huwald in der immer kleiner werdenden Kirchengemeinde. "Ich will die Kirche neu beleben. Bisher geht es uns finanziell gut, aber auch das wird sich ändern." Ansetzen will Huwald bei der von seinem Vorgänger gegründeten Stiftung "Zukunft beLEben". Die Gelder der Stiftung werden angelegt und die Zinserträge für Projekte in der Gemeinde benutzt. Bereits in der vergangenen Woche hat er mit Gemeindemitgliedern 1,5 Tonnen Äpfel gesammelt und zur Kelterei Heil gebracht. "Eine Stiftung lebt von gemeinsamen Projekten, die die Gemeinschaft zusammen schweißen." Huwald ist in Oldenburg geboren und aufgewachsen. Sein Abitur hat er in Bad Neuenahr gemacht und danach in Bonn Theologie studiert. Seine Vikarstelle hat Huwald in St. Augustin (bei Bonn) angetreten. Danach war er Pfarrer in Anhausen (Westerwald), Neuwied und Breidenbach (Marburg-Biedenkopf). Zwischenzeitlich hat der 47-Jährige als Sozialarbeiter mit dem Jugendamt in Neuwied zusammengearbeitet und Fortbildungen als Anti-Gewalttrainer, Mediator und Erlebnispädagoge gemacht.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit sieht der Pfarrer in der Arbeit mit den Menschen. Besonders schwer sei es, die Jugendlichen zu erreichen. "Es ist eine andere Generation, von der man aber nicht sagen kann, dass sie sich nicht mehr für den Glauben interessiert. Man muss die Jugend heute nur anders abholen." Auch Hausbesuche sind dem Pfarrer wichtig. Wenn Menschen wegen Schicksalsschlägen ins Zweifeln geraten würden, sei es ihm wichtig, mit ihnen zu sprechen. "Ich will nicht einfach sagen, alles wird gut. Ich will mich bewusst mit dem Glauben auseinandersetzen. Manchmal gibt es keine einfachen Antworten."

Arne Huwalds größtes Hobby sind Gesellschaftsspiele. In seinem Büro stapeln sich die bunten Spielkartons dicht an dicht. "Ich habe bestimmt über tausend Stück." An den Spielen schätzt er den Spaß und die Zeit für Unterhaltungen. Die Spielemesse in Essen gehört für den Pfarrer da zum Pflichtprogramm. Ebenso groß wie seine Spiele-Sammlung ist Huwalds CD-Regal. Von Klassik über Pop bis zu Jazz und Hip Hop ist alles vertreten. "Ich höre alles, es darf nur nicht zu laut und extrem sein." Huwald selbst spielt gerne Gitarre. Ein anderes Hobby des 47-Jährigen ist das Erkunden des Taunus. "Ich fahre einfach mit dem Auto durch die Gegend und betrachte mir die Dörfer und die Landschaften." (


Rund 200 Besucher kamen in die evangelische Kirche in Langenbach, um den neuen Pfarrer zu begrüßen. Der Weilburger Dekan Ulrich Reichard nannte die schnelle Neubesetzung der beiden halben Pfarrstellen einen Beweis für die gute Zusammenarbeit der Kirchenvorstände und der beiden Dekanate, in denen die Ortsteile liegen. Durch Handauflegen der Dekane Ulrich Reichard und Manfred Pollex (Dekanat Runkel) und Vertretern des Kirchenvorstandes wurde Huwald gesegnet und offiziell in sein Amt eingeführt. Den Gottesdienst untermalte der Kirchenchor mit den Liedern "Öffne, Gott, meine Augen mir" und "Gott, wenn du uns segnest".

Pfarrer Huwald dankte Freunden und Verwandten für ihr Kommen. Kern seiner Predigt war der Psalm 36, der ihn seit seiner Trauung mit Ehefrau Judith vor 21 Jahren begleitet. Der Beginn des Psalms lautet: "Herr deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen." Der 47-jährige gebürtige Oldenburger freut sich auf die neue Herausforderung, da er merke, dass viele Menschen Spaß an der kirchlichen Arbeit haben. "Das klingt vielleicht so, als wäre ich ein Träumer. Aber genau das ist wichtig. Ohne Träume würde sich die Welt nicht verändern", sagte Huwald. (von Anna Sophie Schindler, Mittelhessen.de)

Seit September 2014 ist Arne Huwald Pfarrer für die Kirchengemeinden Laubuseschbach und Langenbach
mit Rohnstadt, Winden und Audenschmiede (Foto: Schindler)


 


Aus dem Chronikheft “Kirche Langenbach 1412 - 1986”
Zusammenstellung: Erco von Dietze, Herbert Keiper. Weilburg, Ev. Rentamt 1987

Literaturverzeichnis:
Bau- und Kunstdenkmäler des Lahngebiets. Bearb. von Ferdinand Luthmer. Frankfurt a.M., Heinrich Keller 1907.
Dietze, Erco von: Evangelische Kirchengemeinde Langenbach 1621-1982. Findbuch zum Kirchenarchiv. 1989.
Hummerich, Helga: Wahrheit zwischen den Zeilen. Erinnerungen. Freiburg im Breisgau, Herder 1984.
Langenbach im Bild. Bildband. Hrsg. von Erco von Dietze. Gießen, Evangelisches Rentamt 1988.
Vogel, C.D.: Beschreibung des Großherzogtums Nassau. Wiesbaden 1843.


(Danke an Nicole für die digitale Erfassung)




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