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|  |  | | Aus Meer wird Festland. Die geologische Entwicklung unserer Heimat. 400.000.000 - 1.000.000 Jahre vor Christus |
| Redaktion: Herbert Keiper | | Während der Zeit, wo alle heutigen Kontinente noch zu einem einzigen Urkontinent “Pangäa” verschmolzen waren
befand sich dort, wo heute Langenbach liegt das so genannte “Zechsteinmeer”. Hier handelte es sich um ein riesiges Binnenmeer, das im Laufe von einigen Millionen Jahren immer wieder verdunstete und dann wieder von dem umgebenden Weltmeer überflutet wurde. Insgesamt sollen es sieben dieser Zyklen gegeben haben. Es herrschte zunächst ein wüstenähnliches Klima, da sich das Zechsteinmeer geographisch etwa in Höhe des Äquators befand.
Durch die Verdunstung des Meeres erfolgte immer wieder eine tonig-kalkige Ablagerung, die im Laufe der Zeit zu Schiefer wurde, dann lagerten sich durch den zunehmenden Salzgehalt Sande, Stein- und Kalisalz ab. Diese Salze werden heute noch, vor allem in Gebieten der Werra abgebaut. In den ältesten, unteren Schieferschichten befinden sich noch eingeschlossene Fische, Pflanzen und wirbellose Tiere, wobei die Dichte der in den Schieferschichten eingeschlossenen Fossilien und Pflanzen im
Laufe der Zyklen abnahm, so daß in der oberen, jüngsten Schieferschicht (Bröckelschiefer) nur noch vorzeitliche Wirbellose zu finden sind. In Langenbach ist diese jüngste Schieferschicht überall, insbesondere an den Hängen, gut vorzufinden. Vulkane ergossen ihre Lava über den Meeresgrund. So entstanden die Diabas-Vorkommen die heute noch in
Steinbruchbetrieben abgebaut werden. Eisenhaltiges Mineralwasser strömte zusammen mit der Lava über den Grund und es entstanden durch den Niederschlag des schwereren Eisens die späteren Eisenerzvorkommen. Auf Tuffsteinen, die durch den Vulkanismus entstanden, siedelten sich Korallenriffe an, die später als Marmor und Kalk abgebaut wurden. Durch Sickerwasser entstanden Höhlen (zB die Kubacher Kristallhöhle). Flache Küstengewässer
lagerten sich als Quarzit (Taunus-Quarzit) und Kies ab. Durch den zyklischen Rückzug des Meeres kam es immer wieder zu heftigen Abtragungen. Diese Abtragungen falteten sich im Laufe der Millionen Jahren zu Gebirgen. Seit ca. 230 Millionen Jahren ist der Taunus Festland. Durch das abfließende Wasser entstanden die Täler und die Flüsse. Die geologischen Bewegungen vor ca. 30 Mio. Jahren sorgten auch dafür, daß diese Flüsse nach Westen, in Richtung Rhein flossen. Der
letzte Anstieg des Taunus-Gebirges war vor ca. 1 Million Jahren. (Jürgen Caspari) | | | Vor-, Alt-, Steinzeit 500.000 - 10.000 Jahre vor Christus | | Es ist nicht feststellbar, wohl aber auch eher unwahrscheinlich, daß sich im Gebiet Langenbachs bereits vor
500.000 Jahren Menschen ansiedelten. Der damalige Homo Erectus war als Jäger und Sammler ein Höhlenbewohner und die Bevölkerungsdichte in Deutschland dürfte sehr sehr spärlich gewesen sein. Spuren und Fundorte von Werkzeugen fand man jedoch in der Wetterau. Viel wahrscheinlicher dürfte sein, daß in der jüngeren Altsteinzeit (40.000 - 10.000 v.Chr.) in unserer Gegend bereits Menschen siedelten. In der Höhle “Wildscheuer” bei Runkel-Steeden, die in den 50er Jahren jedoch durch Kalkabbau zerstört wurde, fand man eiszeitliche Tierreste (u.a. Knochen von Mammut, Wollnashorn, Ur), sowie Stein- und Knochenwerkzeuge
altsteinzeitlicher Menschen. Auch beim Bau der ICE-Trasse bei Limburg fand man heraus, daß mit dem Rückzug der letzten Eiszeit auch in unseren Ebenen Mammute grasten, die von den damaligen Steinzeitmenschen gejagt wurden. Unterschlupf fanden sie in Höhlen, die heute zumindest im Gebiet des Lahntals vorhanden waren oder noch sind. Mehr als drei Viertel der heutigen Europäer stammt übrigens in weiblicher Linie direkt von Alteuropäern ab, die bereits vor dem Höhepunkt der
letzten Vereisung - also vor über 20000 Jahren - aus dem Nahen Osten kamen. Nicht einmal ein Viertel der heutigen Europäer hat genetischen Daten zufolge in weiblicher Linie Vorfahren, die erst vor weniger als 10000 Jahren auf den Kontinent kamen. (Jürgen Caspari) |
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