Langenbach im Taunus

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Langenbach in der Zeit des Absolutismus
1650 - 1800 n. Chr.

 

  Zunächst herrschte auch in Nassau höfischer Absolutismus, wobei meist ein Graf oder König der absolute Herr seines Staates durch Gottes Gnade ist. Er lebt an einem prunkvollen Hof und bemüht sich, die Adligen seines Landes an seinen Hof zu ziehen und sie dadurch nicht nur unter seine Kontrolle zu bringen, sondern auch durch das kostspielige Hofleben, das sich die meisten nur durch großzügige Schenkungen des Monarchen leisten konnten, in eine Abhängigkeit von ihm zu treiben. Adel und Kirche genießen Privilegien wie zum Beispiel Steuerfreiheit, der Besitz des Staates besteht aus Geld und Edelmetallen. Besonders Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg (1664-1719) erneuerte und verschönerte seine Residenzstadt durch Erweiterung des Hochschlosses, Anlegung eines Parks und Veränderung der Stadtfront. Jahrzehnte später hatte die Gestalt Friedrichs des Großen deutschen Nationalstolz geweckt und seine Art eines "aufgeklärten Absolutismus" Bewunderung und Nachahmung bewirkt. Im aufgeklärten Absolutismus sieht sich der König als der "erste Diener des Staates" an (Zitat: Friedrich der Große). Sein Hof wird einfach und nüchtern gehalten, um die Effizienz des Staatsapparates zu erhöhen. Der Einfluss von Adel und Kirche ist geringer, das Volk hat eine freie Religionswahl. Die Leibeigenschaft wird verboten, die Fronarbeit gemildert und das Strafsystem sieht weniger strenge Strafen vor. Der Reichtum des Staates ist sein Grund und Boden.
 
1651: Langenbach geht an den Fürsten Walrad (Nassau-Usingen) über. Durch die Folgen des dreißigjährigen Krieges wird in diesem Jahr in Langenbach nur ein Kind geboren und getauft.

1651-1659: Reinhard Roth aus Marburg ist Pfarrer zu Langenbach.

1659-1674: Johann Georg Lucius ist Pfarrer in Langenbach.

1668: Die Ritter von Reiffenberg verlieren die Grundherrschaft ihrer Hälfte Langenbachs an Nassau-Usingen.

1671: Nassau-Weilburg beansprucht Nassau-Usingen und durch mehrere Vergleiche wird zugunsten Nassau-Weilburg entschieden. Die Landeshoheit geht an Nassau-Weilburg über und bleibt auch bei Weilburg.

1675-1701: Friedrich Martin Chun ist Pfarrer in Langenbach

1687:
  Der große Brand in Langenbach

  Wohl der gesamte Ort Langenbach brennt bei dieser wohl größten Katastrophe, die der Ort je erlebt hat, nieder und liegt in Trümmern. 60 oder 61 Gebäude werden ein Raub der Flammen. Es wird behauptet, Tilmann Müller habe Brandstiftung begangen. Neben der Pest und dem 30-jährigen Krieg dürfte dies die größte Katastrophe gewesen sein, die unseren Ort je heimgesucht hat. So heißt es im Handbuch des Pfarrers Friedrich Martin Chun:

 
"Anno 1687, den 9. May ist morgens zwischen 7 und 8 Uhr eine große Feuersbrunst entstanden, da Tilmann Müller (ob aus ohnvorsichtigkeit oder Mutwillen es geschehen, ist ohnbewußt) ein feuer angestiftet und auf seiner und seines Nachbahrs Scheuer es ahngefangen zu brennen und in Kürtzer Zeit 53 Bäwe (Gebäude) zu asch verbrandt worden; der Bösewicht ist darüber entlauffen und nicht wieder kommen; so dem Anno den 10. Juni hat es abermahl alhier angefangen zu brennen in Hanns Heinrichs Schmaltz scheuer und sind wiederrumb 7 oder 8 Bäwe abgebranndt und ist nicht herauskommen noch kundt worden wie dieses fewer ahngestiftet ist worden." Sogar die Konfirmation mußte verschoben werden, weil die Kinder nichts anzuziehen hatten. So heißt es. "Weilen den Montage vor Pfingsten dieses Jahres eine große Fewersbrunst allhier entstanden, und dadurch nicht allein alles traurig war, sondern auch die arme Kinder keine Kleider, Hembder oder Schuhe hatten, alß ist die Confirmation nicht auf Pfingsten, wie sonst gebräuchlich, sondern ahn nächstfolgenden Sonntag gehalten worden".

  Da auch die Schule abgebrannt ist, nutzt man seither das alte Rathaus als Schule (Wohl anderer Standort die jetzige alte Schule?).


     Karte von 1702:



1688: In dieser großen Not wendet sich Pfarrer Chun mit einem "Brandbrief" an die umliegenden Ortschaften und Städte mit der Bitte um Hilfe:

  
"O Mirabilis conditio mendicantis! Si petit, pudore confunditur; Si non petit, egestate consumitur; et u mendicet necessitate compellitur. O des elenden Zustandes eines armen Bettlers! Bittet er, so wird er schamrot, bittet er nicht, so wird er durch Mangel verzehret: Und daß er betteln muß, zwinget Ihn die äußerste Noth. Nicht wenig wird es under so vielem uhngemach den frommen Hiob sonderlich geschmertzet haben, da er, obwohl des Morgens sehr Reich, des Abends jedoch in äußerster Noth war. Recht schmertzlich wehe tut es noch einem Jeden, wenn er plötzlich um seine Habe kompt, und in einem Tage zu einem armen Bettler werden muß. Wie es Gott dem Herrn leicht ist, einen reichen arm macht ... tragen sich leyder! solcher kläglich fälle je zuweilen zu, daß durch einiges behende uhnglücke ein Vermögender in höchstes uhnvermögen geräthet, auch kann bald ein Reicher Croesus ein armer Irus werden. Zwar wehe thuts und macht schamrot, wann einer, der lang anderen mittgeteilt, Endlich selbst zum Bettler werden und warten muß, was ihm in seiner Noth mitgetheilet wird Jedoch ... noth zwinget manchen, daß er sich nicht schämen darff. Eine solche kläglich noth hat leyder! die Einwohner des Flecken Langenbach, alß meine geliebte Zuhörer, im Verflossenen Jahr hart betroffen, da in einem von Gottlosen Bösewichtern zum zweytenmahl ahngelegten fewer, innerhalb wenig Stunden 60 Bäwe eingeäschert und schier der gantze Orth erbärmlich und wüste Verstöret worden. Viele sind so arm geworden, daß sie nichts mehr, was sie ahn Ihren Leibern getragen, davon gebracht. Gleichwohl aber suchet nun ein Jeder, Ihm wiederumb ein Hüttlein zu bawen, daß er sich mit seinigen darinnen aufhalten und ehrlich wie er vorhin auch gethan, wohnen möge. Ohnmächtig aber Ist's solches aus ihren Mitteln zu erschwingen, darumb dann sie höchster noth wegen gemäßigt worden, fromme Christen umb eine milde stewer in dieser ihrer noth ahnzusprechen. Wann dann der liebe Gott nicht nur in seinem H. Worte haben will, der Dürftigen sich ahnzunehmen, sondern auch die Christliche Liebe uns lehret, dem Nächsten in seinen nöthen beyzuspringen. Und wie in allen 'also auch in fewersnöthen' zu fördern: alß wird ein Jeder gutherziger Christ, Hoch und Niedrig, was standts er ist, nach seinem Belieben und Vermögen solchen Brandgeschädigten mit einer stewer zu Hüllfe zu Kommen, demütigst und dienstfreundlichst angerufen, welches er in dieses Büchlein mit 79 Blättern bestehend, aufzuzeichnen sich belieben lassen wolle. Der getrewe Gott behüte nicht nur alle und Jede für der gleichen uhnglück und noth, sondern auch ersetze mit seinem reichen Segen, einem Jeden die gutthat, so er diesen armen Brandgeschädigten leuten beweyst; Wie denn auch, Sie die Einwohner zu Langenbach als solches Jederzeit umb einen Jeden nach Vermögen zu erwiedern sich erbieten, auch zu gleich für alle ihre gut- und wohlthäter den lieben Gott zu Tag und Nacht ahnruffen werden, daß er sie mit reichem Segen, und Abwendung solch- und Aller anderer noth, gnädig belegen und besegnen wolle. Gegeben Langenbach, den 28t. Juny in Jahre 1688. Friedrich Martin Chun, Pfarrer zu Langenbach."

 
Leider kommen nur sehr wenige Spenden und Gaben zusammen, um den armen gebranntschatzten Langenbachern zu helfen. Nur die Stadt Weilburg beteiligt sich mit einer Reihe ansehnlicher Gaben an dieser Hilfsaktion. Die hochgräfliche Rentkammer schickt 20 Reichstaler, "ein guter Freund" 15 Gulden, Bruchschneider Lutz 3 Batzen, ein "Vornehmer" Gönner Langenbachs 3 Reichstaler, vier gute Freunde zu Weilburg 1 Gulden und 30 Albus und die Stadt Weilburg "steuert aus ihrem geringen Vermögen und Einkommen 1 Gulden und 30 Albus bei". 18 Gaben werden geschickt und alle kommen aus Weilburg. Bald sind jedoch die Mittel erschöpft und man muß wieder sammeln gehen.

1698: Die beiden alten, bei dem großen Brand durch Hitze und Sturmleuten zersprungenen Glocken werden umgegossen.

Näheres dazu siehe unter: “
Die Glocken der Langenbacher Kirche

1701-1730: Johann Martin Imgarten ist Pfarrer in Langenbach

1717: Die baufällige Langenbacher Kirche wird weitgehend umgestaltet und umgebaut. Es werden Wände abgebrochen und wieder hochgezogen, das Dach und der Turm erneuert, 6 neue Fenster eingesetzt.

Näheres dazu siehe unter: “
Geschichte der Langenbacher Kirche

1730-1738: Johann Conrad Schnabel ist Pfarrer in Langenbach

1739-1760: Carl Franz Greiffenberg ist Pfarrer in Langenbach

1760-1776: Johann Nikolaus Kurtz ist Pfarrer in Langenbach

1770: Baujahr der Langenbacher Kirchenorgel. Sie steht aber zunächst 116 Jahre lang in einer Kirche im Schöffengrund.

1776-1780: Friedrich Ludwig Gasten ist Pfarrer in Langenbach

1781: Christoph Philip Nikolaus Cramer ist Pfarrer in Langenbach

1789-1799: Die Zeit der französischen Revolution.

     Karte von 1797:


(Herbert Keiper)


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