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Die Spinnstube

I Eine Geschichte von Sophie Schön


Als wir konfirmiert waren, durften wir im Herbst mit der Spinnstube beginnen. Wenn Feld- und Gartenarbeit beendet war und die Abende länger wurden, trafen sich Die Spinnstube in Langenbach im Jahr 1912Mädchen und Burschen eines oder zweier Jahrgänge um 19.30 Uhr zur Spinnstube. Sie wurde wochenweise bei einem Mädchen in der Küche abgehalten. Die Mädchen handarbeiteten und die Burschen saßen dabei, erzählten, und es wurde viel Spaß gemacht. So gegen 21.30 Uhr hörten wir auf zu stricken und ein Bursche holte die Ziehharmonika aus der Ecke und wir lernten noch tanzen. Wir erzälten immer von "unseren Buben", das waren die Burschen unseres Jahrgangs.

Kamen einmal ältere oder auch fremde Burschen zu uns, waren unsere Buben sehr wütend. Es passierte sogar, daß sie die Fensterscheibe einschlugen, aber das haben sie dann sehr bereut und sind gleich zum Schreiner gelaufen, der hat eine neue Scheibe eingesetzt, und in einer halben Stunde war alles wieder in Ordnung und die Eltern hatten noch nicht einmal was bemerkt (Zu dieser Zeit gab es in Langenbach noch drei Schreinereien.

Einmal waren wir auch am Tanzen lernen, da passierte es, daß wir gegen den Wasserstein (steinernes Waschbecken) rannten, dieser brach in der Mitte durch und sank auf beiden Seiten herunter. Es war noch einer aus Terazzo. Gottseidank war schon ein neuer bestellt, denn es dauerte lange, bis man einen neuen Wasserstein bekam. Wir gingen gleich nach Hause und als wir wieder hin kamen, stand der Eimer auf einem Hocker unter dem Wasserhahn, so stand er noch lange bis zur Lieferung des neuen Wassersteins. wir schauten nur kurz hin und gleich wieder unter uns, denn wir hatten fürchterliche Angst.

Wenn Schnee lag, fuhren wir nach der Spinnstube noch Schlitten. Damals gab es noch viel Schnee. Wir fingen über dem Wasserbehälter an und fuhren die ganze Langgasse runter bis unter die Kreuzgasse. Es gab ja noch ganz wenig Autos im Ort, da brauchten wir nicht aufzupassen. Meistens banden wir alle Schlitten aneinander, oder wir fuhren einzeln mit unseren Schlitten und lenkten mit einer Bohnenstange. Das war eine Gaudi, aber es war auch eiskalt, denn wir hatten ja noch keine langen Hosen, höchstens mal eine Trainingshose.

Wenn wir erfuhren, daß es ein neues Liebespärchen im Dorf gab, schichen wir leise mit einem Eimer Spreu-, Kalk- oder Sägemehl zu dem Haus des Mädchens und streuten ein "Pfädchen" bis zu dem Haus des Burschen. Das taten wir auch manchmal bei Leuten, wo das nicht ans Tageslicht kommen sollte. Wenn sie es aber merkten, wurde schnell noch alles weggekehrt. In der Zwetschgenzeit nahmen wir uns Zwetschgenkerne mit, wo wir abends Körbe voll Zwetschgen gekernt hatten für Honig zu kochen. Mit diesen Kernen wurden auch "Pfädchen" gestreut.

Samstags gab es keine Spinnstube, da wurde die große Zinkwanne in die Küche geholt und große Töpfe heißes Wasser gemacht und es wurde gebadet. Sonntags durften wir ins Kino gehen, wenn wir eine Mark hatten. Am Montag ging dann die Spinnstube bei dem nächsten Mädchen weiter. Es war schade, wenn es Frühjahr wurde und die Spinnstube zu Ende ging.

(Sophie Schön)

 


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